Archiv der Kategorie: Afrika

Uganda Nachtrag – Whats up with Sony?

Am Beginn meiner Reise war ich mit Karin in dem Krankenhaus, das ihr Vater gebaut hat. Dort waren wir mit Sony, einem Jungen, der sein Bein verloren hat und dem Karin mit Spenden von Freunden eine Prothese finanziert hat.

Am Ende meiner Reise ein Blick zurück nach Uganda. Die Anpassung der Prothese hat gut funktioniert und laut Karin ist der Kleine superfroh mit seinem „neuen Bein“. Danke für die Bilder und das update und liebe Grüsse nach Uganda.

Weiter so Karin, Go Sony 😉

Rückblick: vor der Prothese

Heute: mit Prothese

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the disc initiative – update

en

 

über charles und sein disc projekt in der nähe von nairobi hab ich ja mal bertchtet und es auch besucht.

https://temppage2013.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=483&action=edit

zuletzt hat er dann endlich doch noch sein visum bekommen und konnte deutschland besuchen. dabei hat er sein projekt unter anderem auch am max-planck-gymnasium und an der uni trier vorgestellt. ich hoffe alle hatten viel spaß und die guten ideen verbreiten sich.

 

wer das projekt unterstützen will, kann unter folgendem link unkompliziert was spenden. konkret geht es um die einrichtung eines internetcafes und die ausbildung der menschen im ländlichen raum am computer, um ihre chancen am arbeitsmarkt zu erhöhen. federführend für die aktion ist george, den ich ja auch in kenia kennengelernt habe und der in berlin wohnt, und seine initiative leapfrog.

gutes ding.

hier der spendenlink über die plattform betterplace.org mit projektbeschreibung:

https://www.betterplace.org/de/projects/15210

 

 

kenia in trouble

den beitrag hatte ich komplett vergessen zu posten.

 

is auch nicht viel:

 

ich lasse kenia hinter mir, dieses großartige land, das alles hat.

leider auch 40 stämme, und regierungschefs, die klientelpolitik betreiben. regierungschef und vertreter angeklagt wegen anstiftung zu unruhen vor dem internationalen gerichtshof und jetzt die terroranschläge in nairobi. tricky times. good luck for the country and the people i met.

Amazing Afrika

machs gut afrika.

du warst die große unbekannte in der reiseplanung, der dunkle kontinent, the heart of darkness.

retrospektiv warst, nein, bist du wunderschön und großartig, atemberaubend und herausfordernd,

ein naturschauspiel und ein abenteuerspielplatz.

ein kontinent der widersprüche, voller probleme und missstände, aber niemals ohne hoffnung.

und mit großartigen menschen.

auf bald!

farewell africa

you were the great unknown when it came to planning this trip, the black continent, the heart of darkness.

looking back you were, no, you are beautiful and amazing, breath taking and challenging.

natural spectacle and adventure playground.

continent of contradiction, stricken with problems but always full of hope.

and full of great people.

take care!

Postapartheid Südafrika – Mandelas schwieriges Erbe

mandela-

quelle: sarah von der heide – draw me the news

Nelson Mandela, 18 Juli 1918 – 5 Dezember 2013
Freiheitskämpfer, erster schwarzer Präsident Südafrikas, Friedensnobelpreisträger

der tod mandelas ist für mich anlass, mich noch einmal genauer mit südafrika und seiner geschichte auseinanderzusetzen und es mit dem zu verknüpfen, was ich in diesem land gesehen, gehört und erfahren habe.

was der tod der zentralen integrationsfigur für südafrika bedeutet, ist, glaube ich, momentan noch nicht abzusehen, ich kann nur hoffen, dass die trauer um mandela anlass für die südafrikaner ist, sich an seinem vorbild zu orientieren und seine vision einer multikulturellen regenbogennation zu verwirklichen.

mein anknüpfungspunkt ist der besuch des apartheidmuseums bei meinem letzten stop in (sued-)afrika in johannesburg oder kurz jo`burg. der stadt selbst haengt der ruf an, eine der gefaehrlichsten staedte der welt zu sein, da in den 90er jahren die mordrate die zahl der verkehrstoten pro jahr überstieg. heute ist die zahl der gewalttaten rückläufig, dafür kommt es immer häufiger zu gewalteskalation. eine freundin brachte es ziemlich plastisch mit folgenden worten auf den punkt: „in anderen großstädten wirst du an einer ampel im auto ausgeraubt. in joburg wirst du ausgraubt, dein auto wird geklaut, du wirst vergewaltigt und dann ermordet.“ mit ueber 4 millionen einwohnern und ca. 8 millionen in der metropolregion ist jo`burg die groeßte metropole im suedlichen afrika und mit den schon bei einem kurzbesuch im stadtbild offensichtlichen massiven unterschieden zwischen arm und reich repräsentiert die stadt die probleme südafrikas in den bereichen einkommensverteilung und teilhabe. der stadtteil soweto erinnert neben anderen exemplarisch an die apartheidzeit und die isolation der schwarzen bevölkerung in den south western townships. sowohl nelson mandela als auch desmond tutu lebten einige zeit in orlando, einem ortsteil sowetos.

das apartheidmuseum ist definitiv einen besuch wert, weil es die geschichte der apartheid ziemlich plastisch und gut verstaendlich aufbereitet darstellt und sie in einer sonderausstellung gleichzeitig mit dem lebensweg und der bedeutung nelson mandelas verknuepft.

weil die geschichte suedafrikas und des apartheidssystems moeglicherweise nicht jedem vertraut ist – war sie mir ja auch nicht und grade im hinblick auf die verschiedenen bevoelkerungsgruppen und die besiedlungsgeschichte ist es auch etwas unuebersichtlich – will ich grob ein bisschen zusammenfassen und anschließend meine sehr subjektive wahrnehmung des heutigen suedafrikas dazu einordnen. wer also keinen bock auf geschichtsstunde hat, kann sich hier ausklinken.

um die apartheidzeit zu verstehen, muss man zunächst im groben die besiedlungsgeschichte südafrikas und die daraus resultierenden verschiedenen ethnien und ethnischen kategorisierungen nachvollziehen.

die urspruengliche indigene bevölkerung südafrikas waren die khoisan, die von europäischen anthropologen anhand teils konstruierter ökonomischer kriterien in die khoikhoi (hottentotten), eher viehzüchter, und die san (buschmänner),jäger und sammler, unterschieden wurden, aber ethnisch und sprachlich (khoisansprachfamilie, die mit den lustigen klicklauten!) eng zusammengehören. durch die einwanderung verschiedener bantusprachiger stämme aus zentral und westafrika wie den xhosa, nguni und den zulu, deren nachfahren heute insbesondere im zentralen und östlichen südafrika ansässig sind, wurden die khoisan in den westlichen bereich südafrikas, also die kapregion verdrängt.
als erste europäer erreichten die portugiesen das kap der guten hoffnung auf ihren handelsreisen nach indien im 15. jahrhundert, nutzten das land aber nur als stop und orientierten sich eher an der kueste mosambiks, das ja später auch portugiesische kolonie wurde. jahre später gründete der niederländer jan van riebeeck 1652 im auftrag der niederländischen ost-indien handelskompanie am strategisch günstig gelegenen kap eine versorgungsstation, aus der das heutige kapstadt hervorging. weil der handel mit den einheimischen stämmen lahmte, implementierten die niederländer ein eigenes versorgungssystem, indem sie landsleute anwarben als freie bürger farmen zu gründen. die niederländischen siedler – die buren (bauern) – breiteten sich am westkap aus und vertrieben dabei die khoisan und führten später im osten mehrere erfolgreiche grenzkriege gegen die xhosa. die buren waren rauhbeinige, individualistische und bibeltreue (calvinistische) wandernde farmer. sie werden auch als kapholländer oder weißafrikaner bezeichnet und sprachen das auf dem fruehen niederländisch basierende afrikaans, das heute noch eine der amtssprachen südafrikas ist. neben den buren gab es vereinzelt auch deutsche und französische (hugenotten) siedler. die buren – die sich selbst auch als afrikaners bezeichneten – holten zur bewirtschaftung ihrer farmen neben den khoisan weitere arbeitssklaven aus madagaskar, indien und indonesien ins land. im laufe der jahre kam es zu mischehen und die nachfahren dieser konstellation wurden im später etablierten apartheidsystem als farbige (coloured) deklariert, während die niederländischen, deutschen, französischen und späteren englischen kolonialisten als weiße, die indigenen bevölkerungsstämme als schwarze klassifiziert wurden.
um 1800 herum besetzten die engländer die niederländischen gebiete und errichteten eine englische kronkolonie in der sie 1833, wie in allen britischen gebieten, die sklaverei abschafften. die dadurch stark betroffenen buren verlagerten ihre siedlungsgebiete in der folge außerhalb der grenzen der kolonie (burentrek) und gründeten im nordosten eigenständige burenrepubliken: die südafrikanische republik (transvaal) und den oranje-freistaat. als arbeitskräfte warben die buren indische arbeiter an, die noch heute eine minderheitsbevölkerungsanteil in südafrika bilden. in den weiter südlich liegenden gebieten um das heutige durban hatten zuvor die zulu die anderen indigenen stämme weitggehend verdrängt. die buren ihrerseits besiegten in blutigen schlachten das zulureich, mussten ihrerseits aber den briten weichen, die hier die natal-kolonie etablierten (durban). nach der entdeckung von gold und diamanten (u.a. johannesburg) in den burengebieten kam es zu zwei burenkriegen gegen die engländer. blieben die buren im ersten krieg (1880-81) siegreich, mussten sie sich im zweiten burenkrieg (1899-1902) den zahlenmäßig überlegenen engländern beugen, die den buren trotz der einordnung ins british empire in ihren gebieten zügig selbstverwaltung und die amtssprache afrikaans zugestanden. aus den vier bestehenden kolonien transvaal, oranje-freistaat, natal und der kap-kolonie wurde 1910 nach verhandlungen der engländer und buren die südafrikanische union gegründet (die später zur südafrikanischen republik wurde). die engländer behielten dabei aber weitgehend die ökonomische und politische macht. die britische south african party und die burische nationale partei vereinigten sich kurz, trennten sich aber mit beginn des zweiten weltkriegs wieder, weil die burischen nationalisten den deutschen nationalsozialisten und ihrer rassengesetzgebung nahestanden und mit der unabhängigkeit vom united kingdom sympathiesierten. nach ende des zweiten weltkrieges festigte die weiße bevölkerungsminderheit ihren machtanspruch unter führung der burischen national party (die schwarze bevölkerungsmehrheit war im aktiven und passiven wahlrecht von den wahlen ausgeschlossen) und installierte die apartheidgesetzgebung, die die schon zuvor gängigen rassistischen benachteiligungen der schwarzen, indischen und farbigen bevölkerung systematisierte und institutionalisierte.
als erstes wurde die gesamte bevölkerung in vier vage ethnisch basierte „rassen“ unterteilt: weiße, farbige, schwarze und asiaten, wobei die weißen alle rechte und vorteile hatten und die schwarzen mit den größten einschränkungen leben mussten. hierbei war insbesondere die unterscheidung zwischen farbigen und schwarzen mehr oder weniger willkürlich und vom jeweiligen tester abhängig. neben der beurteilung der dunkelheit der hautfarbe wurde z.b geprüft, ob ein stift im haar der testperson haften blieb (ja = schwarz, nein = farbig) oder ob die person fußball (schwarz) oder rugby/cricket (farbig) spielte. die klassifizierung wurde in den pass übernommen, alle paar jahre überprüft – wobei es zu genauso willkürlichen umklassifizierungen kommen konnte – und bestimmte auf basis der gesetzgebung die lebens- und entwicklungschancen der menschen maßgeblich.
hier einige aspekte der rassen- bzw. apartheidgesetzgebung, die zeitlich versetzt verabschiedet wurden und das leben der südafrikaner regelten
– strikte trennung von weißen und nicht-weißen in
öffentlichen orten (schulen, krankenhöuser, öpnv,
strand…)
– verbot von mischehen
– vergabe von 90% des landes an weiße
– wohnräumliche trennung der rassen
installierung der townships als lebensräume für schwarze
in städten (überbevölkerte armutsviertel)
ausweisung von homelands als schwarzen siedlungsbereichen
auf dem land (überbevölkerte, übernutzte landflächen)
– ausschluss von bildung und höherwertigen berufsfeldern
und weitere mehr.

apartheid -

mit der apartheidgesetzgebung wurde die rassistische segregation und isolation der nichtweißen bevölkerung in südafrika institutionalisiert und die lebensbedingungen von fast 90 % der südafrikanischen bevölkerung katastrophal verschlechtert.

und hier beginnt die geschichte von nelson mandela, dem anc und der widerstandsbewegung.

(übrigens hatte schon um 1900 herum ein junger mann namens mohandas gandhi in durban gegen die benachteiligung der indischen bevölkerung die idee des gewaltlosen widerstandes etabliert, die ihn später in indien im widerstand gegen die engländer berühmt machen sollte)

der anc (african national congress) war eine schwarze parteigruppierung die seit ende der 1940er jahre mit streiks, protestmärchen und öffentlichem ungehorsam gegen die apartheidgesetze opponierte. nelson mandela gründete mit oliver tambo und walter sisulu die jugendorganisation des anc, stieg schnell in eine führungsposition auf und wurde aufgrund der organisation diverser protestaktionen mehrfach inhaftiert. 1960 eskalierte die gewalt bei einer demonstration in sharpeville. beim sogenannten sharpeville massaker erschossen polizisten 67 demonstranten und verwundeten 186. der ausnahmezustand wurde ausgerufen, es kam zu massenverhaftungen und der anc und andere oppositionelle politische organisationen wurden verboten. als reaktion radikalisierte sich der anc und der bewaffnete arm umkhonto we sizwe (speer der nation) wurde gegründet, der sabotageakte gegen das regime ausführte. mandela gehörte dieser organisation an und befürwortete zu diesem zeitpunkt die abkehr vom gewaltlosen widerstand. 1963 wurden 17 mitglieder von umkhonto we sizwe, von denen einige später fliehen konnten und ins exil gingen, verhaftet, unter ihnen nelson mandela, und im rivona prozess wegen sabotage, kommunistischer umtriebe und rekrutierung angeklagt. der staatsanwalt, den mandela jahre später zum essen einlud (!) und die regierung forderten die todesstrafe, das gericht verhängte lebenslange haftstrafen, vielleicht auch, weil der un-sicherheitsrat den prozess geächtet hatte. in seinem vierständigen verteidigungsplädoyer bekannte sich mandela zum gewaltsamen widerstand als letzte maßnahme gegen das regierungshandeln und er schloss mit den worten:

ich habe gegen die weiße vorherrschaft gekämpft, und ich habe gegen die schwarze vorherrschaft gekämpft. ich habe das ideal einer demokratischen und freien gesellschaft vertreten, in der alle menschen in harmonie und mit gleichen möglichkeiten zusammenleben. es ist ein ideal, für das ich leben will und das ich zu erreichen hoffe. doch, wenn es sein muss, ist es ein ideal, für das ich bereit bin zu sterben.

mandela und 15 seiner mitangeklagten wurden zu lebenslanger haft verurteilt. insgesamt saß er 27 jahre in haft, zu beginn auf der gefängnisinsel robben island vor kapstadt, wo man heute noch seine zelle besichtigen kann, was mir leider nicht vergönnt war, da der wellengang, als ich in kapstadt war, für die überfahrt zu heftig war, grrr. in der haft soll er aufrecht geblieben und nicht verzweifelt sein, seine mitgefangenen gelehrt und selbst gelesen und gelernt haben, sich sogar mit deinen wärtern angefreundet haben. und er wurde zur globalen symbolfigur für den widerstand gegen das apartheidregime.
in abwesenheit der anc-führer entstanden neue protestbewegungen wie die südafrikanische studentenbewegung angeführt von steven biko. auch deren aktionen wurden vom regime niedergeschlagen. 1976 eröffnete die polizei das feuer auf eine studentendemonstration in soweto, die sich gegen die einführung von afrikaans in schwarzen schulen richtete. steve biko wurde 1977 von der polizei verhaftet und totgeprügelt. sein tod politisierte und radikalisierte die schwarze jugend. in den folgejahren herrschte das regime aus angst vor einem bürgerkrieg mit strikter gesetzgebung und polizeilicher härte.
in den 1980er jahren geriet das regime aufgrund von sanktionen der weltgemeinschaft wirtschaftlich massiv unter druck.

(es sei aber darauf hingewiesen, dass zahlreiche westliche politiker wie reagan, thatcher und strauss die südafrikanische regierung und ihre politik teils verteidigten und die anc-führer und mandela als terroristen verunglimpften und südafrikas paramilitärische einsätze in stellvertreterkriegen gegen den kommunismus in mosambik, zimbabwe, angola usw. heimlich unterstützten. in mosambik beispielsweise hat das südafrikanische regime, unterstützt von den usa, eine guerillaopposition gegründet und finanziert, die die demokratisch legitimierte sozialistische regierung attakierte und das land in einen jahrelangen brutalen bürgerkrieg stürzte – aber das nur am rande.)

reformen der apartheidgesetzgebung sollten die opposition beruhigen doch mit dem ende des ostblockes fiel auch der letzte rückhalt für südafrika, de klerk gewann die wahlen und verkündete die aufhebung der apartheidgesetzgebung, die legalisierung des anc und der kommunistischen partei und die freilassung der politisch inhaftierten. die regierung hatte schon seit 1985 mit mandela im geheimen über dessen freilassung verhandelt, dafür aber das ende bewaffneter aktionen des anc und seiner untergruppierungen gefordert. mandela hatte mit dem hinweis abgelehnt, dass das privileg zu verhandeln nur einem freien mann zustehe und somit die freiheit der verhandlung vorausgehen müsse.
nach seiner umjubelten freilassung wurde er vorsitzender des anc, erhielt 1993 mit de klerk den friedensnobelpreis, gewann 1994 die ersten freien wahlen nach änderung der verfassung und wurde der erste schwarze präsident südafrikas.

in seiner antrittsrede formulierte er seine vision des zukünftigen südafrika:

Wir werden eine Gesellschaft errichten, in der alle Südafrikaner, Schwarze und Weiße, aufrecht gehen können, ohne Angst in ihren Herzen, in der Gewissheit ihres unveräußerlichen Rechtes der Menschenwürde – eine Regenbogennation im Frieden mit sich selbst und mit der ganzen Welt.

dieser wunsch ist in der modernen verfassung südafrikas mit einer umfassenden bill of rights abgesichert, die die gleichheit der menschen vor dem gesetz garantiert und durch die territoriale einheit südafrikas und die integration der ehemals rassisch getrennten bereiche (homelands, burenrepubliken etc.) zu einem staatsgebilde mit dreistufiger verwaltungsgliederung (wie in deutschland) umgesetzt. (bei den verhandlungen zur verfassung brachten verschiedene klientelparteien auch vorschläge für eine rassisch getrennte wirtschaftsföderation in die diskussion ein).

die integrative und versöhnende kraft mandelas und seiner mitstreiter zeigt sich auch in der aufarbeitung der apartheidverbrechen. mit der einsetzung der wahrheits- und versöhnungskommission (truth and reconcilation-commission) unter dem vorsitz von nobelpreisträger bishof desmon tutu sollte nicht eine umfassende bestrafung aller rassisch motivierten verbrechen erreicht werden (was aufgrund der weiter bestehenden sicherheitsapparatstrukturen und des weitgehend gleichgebliebenen personals auch unmöglich gewesen wäre), sondern die ziele waren:

– täter mit einer amnestiegarantie dazu zu bringen ihre
taten einzugestehen und zu bereuen, und somit die
verbrechen zu dokumentieren
– opfern entschädigungszahlungen zukommen zu lassen
– täter und opfer in einen dialog miteinander zu bringen,
der die grundlage zur versöhnung der zerstrittenen
bevölkerungsgruppen sein sollte

oder um es mit den worten des kommissionsvorsitzenden desmond tutu zu sagen:

ohne vergebung gibt es keine zukunft, aber ohne geständnis kann es keine vergebung geben.

die straffreiheit vieler täter und die dunkelziffer zahlreicher straftaten hat trotzdem viel kritik hervorgerufen, dennoch scheint der pädagogische versöhnungsgedanke mit blick auf die zukunft des jungen staates der wichtigere aspekt bei der schaffung der kommission zu sein.

oder um es noch einmal mit den worten mandelas zu sagen, der ja selbst schlimm gelitten und dennoch seinen peinigern vergeben hat:

Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. (…) Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt, war dies meine Mission: Zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien.

und

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.

vor dem hintergrund seiner geschichte hat südafrika noch einen langen weg vor sich. im vergleich zu anderen afrikanischen staaten habe ich das land und insbesondere kapstadt, aber auch durban als eher auf europäischem entwicklungsstand erlebt. aber das ist natürlich auch eine touristische perspektive. bei genauerem hinsehen wird natürlich deutlich, dass die schönen wohnsiedlungen überwiegend weiß sind und jedes haus eine mauer und einen stacheldraht oder eine eingangskontrolle hat, der wachmann und der gärtner dafür schwarz sind. auf den straßen betteln dunkelhäutige an jeder zweiten kreuzung und auch wenn sich eine schwarze mittelschicht ausgebildet hat, so hat südafrika noch immer eine der höchsteneinkommensunterschiede global, eine extrem hohe kriminalitätsrate und die höchste zahl hiv-infizierter weltweit. die auf mandela folgenden präsidenten mbeki und zuma (beide anc) müssen sich der vorwürfe der korruption erwehren und können die fußstapfen des großen vorbildes nicht füllen oder diskreditieren sich mit aussagen wie etwa die mbekis, mit einer dusche nach dem sex sei das aidsproblem sicherlich in den griff zu bekommen (sic!).

anstelle komplexer politischer analysen will ich an dieser stelle aber lieber noch ein paar gedanken zu der stimmung und der befindlichkeit und der subjektiven wahrnehmung der menschen, die ich in südafrika kennengelernt und mit denen ich gesprochen habe zusammenfassen.

oberflächlich erscheint der umgang der verschiedenen ethnien miteinander, so wie ich ihn in dem umfeld, und in den städten, wo ich mich aufgehalten habe, kennenlernen durte, freundlich zu sein. auf der anderen seite ist es oft so, dass z.b. die mädels in durban oder auch die belegschaft aus den backpackern, wo ich gepennt hab und die oft abends barbecues mit freunden veranstaltet haben, komplett unter sich sind, also eigentlich keine schwarzen in ihrem freundeskreis haben. das ergibt sich halt so, wenn man in einer bestimmten wohngegend wohnt, denn trotzdem es natürlich keine rassische stadtteiltrennung mehr gibt, besteht dennoch eine ökonomische segregation, die sich in den wohnbezirken widerspiegelt. in hillcrest wohnen nicht viele schwarze und da die auch auf eine andere schule gingen, hat man da halt keinen kontakt, wie auch. das ist ja auch ok, denn man rennt ja jetzt nicht political correct verrückt rum und sucht sich jetzt mal pflichtschuldig irgend nen quotenkumpel, das wär ja bescheuert, es ist halt nur auffällig. komisch ist es dann eher bei so latenten rassismen, die oft unreflektiert oder unbewusst da sind und vielleicht nur außenstehenden auffallen. wenn der gärtner halt der gardenboy ist, weil das halt sein titel ist. oder wenn man sich nicht vorstellen kann mit einem schwarzen auszugehen. schien ein absurder gedanke zu sein, ohne dass mir das jemand genau hätte erklären können. bei den älteren weißen ist die früher-war-alles-besser-haltung ziemlich ausgeprägt, aber das ist ja auch überall in der welt so. aber dahinter steckt auch immer ein latentes wir gegen die und das ist irgendwo auch verständlich, denn aus der weißen oder burenperspektive ist es ja nun so, dass die chance, dass die partei, die die eigenen wirtschaftlichen und politischen interessen vertritt bei einem bevölkerungsanteil von mehr als 70 % schwarzen in absehbarer zeit nicht die regierung stellen wird. ein entscheidender wirtschaftspolitischer diskussionspunkt in südafrika ist vor diesem hintergrund die gesetzgebung des bee (black economic empowerment), was man vielleicht mit gezielte wirtschaftliche förderung von schwarzen (hier: schwarze, coloured, asiaten oder einfacher: nicht weiße) übersetzen kann. die gesetzgebung hat zum ziel, die jahrelang gewachsenen, weiße bevorzugenden strukturen, die auch nach dem ende der apartheid evident sind, zu beseitigen und den ehemals benachteiligten gezielt zugang zum arbeitsmarkt zu verschaffen. deshalb wurden auf mehreren ebenen quotenregelungen geschaffen, die schwarze, farbige ud asiaten bevorzugen, indem sie ihnen bei gleicher oder schlechterer qualifikation einen arbeitsplatz sichern. unternehmen müssen bestimmte beschäftigungsquoten einhalten oder bei der vergabe staatlicher aufträge werden nur unternehmen berücksichtigt, bei denen schwarze zu einem bestimmten prozentsatz im managment vertreten sind, unabhöngig von qualität und preis des angebotenen produktes. dies sind nur zwei beispiele für zahlreiche regelungen. so verständlich und bis zu einem gewissen grad auch notwendig solche gesetze sind, um die jahrelang etablierten machtstrukturen aufzubrechen, und die wirtschaftliche rassistische benachteiligung der schwarzen zu minimieren, so bringen sie doch einige kritikpunkte mit sich. denn faktisch handelt es sich um eine rassistische benachteiligung der weißen, was dem gedanken der gleichheit natürlich auch nicht entspricht. tatsächlich ist südafrika aufgrund der quotenregelungen wohl das einzige land in der welt ist, wo ein männlicher, weißer die schlechtesten einstellungschancen hat. zudem bringen quotenregelungen es mit sich, dass die qualität der arbeitskräfte leidet, wenn nicht der bestqualifizierte eingestellt wird und das beeinflusst auch die konkurrenzfähigkeit der südafrikanischen wirtschaft im globalen wettbewerb. zudem hat die gesetzgebung zu einer massiven abwanderung weißer, hochqualifizierter arbeitskräfte geführt (brain drain), die keine chancen für sich oder ihre kinder auf dem arbeitsmarkt sahen. dadurch fehlen der wirtschaft teils schlicht facharbeitskräfte, da die investitionen in ausbildung fehlten und z.b. viele bevorzugte schwarze studenten in hochwertigen studiengängen ihre ausbildung abbrachen.
ich bin da etwas gespalten. wir kennen die diskussion ja in deutschland im kleinen rahmen mit der frauenquote. um jahrelang etablierte strukturen aufzubrechen bedarf es manchmal staatlicher eingriffe. auf der anderen seite wurde die ursprüngliche gesetzgebung auch von seiten des schwarzer politiker als klientelpolitik gegeißelt und die regierung hat mit dem broad black economic empowerment nachgebessert und sich an best practice beispielen orientiert.
südafrika wird diesen weg noch einige jahre weitergehen und es muss sich zeigen, ob das projekt den gewünschten erfolg bringt. die verliere sind momentan die jungen weißen. nicki konnte z.b. trotz sehr guter noten und eines überzeugenden tests die ausbildung zu ihrem traumberuf als fluglotsin nicht in angriff nehmen, weil sie trotz besserer qualifikation der quote zum opfer fiel. und so sitzt der frust bei vielen weißen momentan tief.
eine weitere problematische erscheinung ist das auftreten schwarzer populisten wie julius malema und seiner neu gegründeten eff partei (economic freedom fighters), die offen mit der enteignung weißer farmer nach dem vorbild mugabes in simbabwe liebäugelt. im gespräch mit schwarzen habe ich vereinzelt durchaus sympathie für diese position gehört. bei den weißen gibt es deshalb auch den witz, dass wenn die eff (f) partei an die macht kommt, sie gef…t wären.

dies sind natürlich teils sehr subjektive eindrücke. südafrika hat großartige voraussetzungen ein prosperierendes land zu werden. in der kurzen postapartheidziet ist fiel gutes auf den weg gekommen, es liegt aber auch noch vieles im argen. positiv stimmen einen die vielen gut ausgebildeten, motivierten und positiven jungen schwarzen, die ich in kapstadt kennengelernt habe, weil sie für mich exemplarisch für eine positive zukunft des landes stehen und mit den anderen etablierten leistungsträgern viel bewirken können. in ein bis zwei generationen kann die vergangenheit vielleicht tatsächlich ruhen und südafrika kann zu der regenbogennation zusammenwachsen, die mandela sich gewünscht hat. die voraussetzung dafür ist aber vor allem die partizipation aller.

ansonsten schwelt in südafrika immer latent die angst und das misstrauen der ethnien als erbe der apartheidzeit.

als 1993 inmitten des verhandlungsprozesses über die abwicklung und beendigung der apartheid der charismatische führer der kommunistischen partei, chris hani, ermordet wurde,konnte nur durch eine fernsehansprache mandelas und dessen autorität einblutbad oder gar ein bürgerkrieg verhindert werden.

der tod des geliebten madiba hinterlässt hier auch ein charismatisches vakuum, das vielleicht nur desmond tutu füllen kann, aber hoffentlich nicht muss.

ich blicke trotz aller widrigkeiten lieber positiv in die zukunft dieses wunderschönen landes. die trauerfeier zu mandelas ehren lässt die suedafrikaner stolz und vereint zusammenstehen. möge sein vermächtnis dem land zu frieden und einheit verhelfen. das war auch mandelas letzter wille und seine hoffnung.

Alle Bestandteile der Nation arbeiten, unser Land aufzubauen und daraus ein Wunder zu machen. Das lässt mich hoffen, wenn ich mich schlafen lege. Ich zweifele keinen einzigen Augenblick, dass wenn ich in die Ewigkeit eingehe, ich ein Lächeln auf den Lippen haben werde.

mandela

und zum ende noch mandelas lieblingsgedicht von william ernest henley, dass er seinen mitgefangennen in der haft vorgelesen hat: invictus – unbezwungen. der captain ist gegangen.

Invictus

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate,
I am the captain of my soul.

die gretchenfrage

Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.

Faust I, Vers 3415

wie heisst es so schoen: bei nem ersten treffen oder nem dinner mit fremden sollte man drei themen vermeiden – politik, sex und religion. klappt ja nie, denn schließlich sind das ja auch die interessanten themen, gell? und hier in durban komm ich am letzten thema mal grad gar nicht vorbei. denn so gut ich mit nicki verstehe, in einem punkt stehen sich unsere ansichten diametral entgegen und das ist der glaube.

würde ich mich jetzt mal eher als aufgeklärten atheisten sehen, der sich an den gesetzten der logik und der humanistischen ethik orientiert, vertraut sie auf das wort jesu und die bibel, um ihrem leben einen sinn zu geben. und nicht nur sie, sondern eigentlich alle anderen, die ich hier kennenlerne. das ist zunächst mal ziemlich überraschend für mich, denn in europa ist der glaube bei den jungen leuten, wenn überhaupt, dann doch eher vage präsent. in afrika insgesamt ist das ganz anders und du gehst an keinen taxibus vorbei, auf dessen heckscheibe nicht riesig botschaften wie jesus is able oder god is mighty oder sonst was steht. penetranter als brasilianische torjubler in der bundesliga, die ja auch immer jedem mit selbst gemalten t-shirts zeigen müssen, dass jesus einen lieb hat. hatte ich in südafrika so nicht erwartet, ist aber so.

und weil ich die leute hier sehr mag und kapieren will, wie sie so ticken und was sie antreibt, nehm ich die einladung an und gehe mit zur city hill church.

und das is dann doch ein bisschen anders als erwartet. denn das ist keine katholische kirche mit institutionalisierten riten und einem priester, der unmotiviert seine predigt runterleiert, sondern eine, ich denke auf der calvinistischen idee basierende, freikirche.

die „kirche“ selbst ist eher ein modernes tagungszentrum, das aus spenden finanziert ist. alle kennen sich und man wird freundlich begrüsst mit kaffee und kuchen. der gottesdienst besteht im ersten teil aus einem christlichen rockkonzert (!). die band ist gar nicht schlecht und die erlösungstexte werden auf riesigen leinwänden projeziert und alle singen, teils höchst ergriffen und mit geschlossenen augen und erhobenen händen, mit. der zweite teil des service besteht aus der auseinandersetzung mit einem lebensweltlichen thema auf basis eines bibeltextes und wird von einem jungen prediger engagiert und interaktiv rübergebracht wird. scheint teil einer ausgeplanten themenreihe zu sein, denn es folgen hinweise auf weitere veranstaltungen. am ende wird nochmal gesungen und das wars. keine eucharistie, kein knien und beten im eigentlichen sinne nix. am krassesten ist: die sind da technisch voll ausgerüstet mit video und soundequipment und die „messages“ werden mitgeschnitten, gemixt, archiviert und im internet zugänglich gemacht. guckts euch an, wenns euch interessiert:

http://cityhill.co.za/home/

eigentlich noch interessanter wirds bei der sogenannten „homegroup“. hier treffen sich leute auf freiwilliger basis einmal die woche. auch hier wird wieder gesungen und dann interpretiert der – keine ahnung wie ich den nennen soll, spiritueller gruppenkopf, na, der preacher halt – eine bibelstory. aber auch hier immer mit lebensweltlichem bezug. und danndarf jeder seine erfahrungen einbringen und kommentieren. vielleicht ein bisschen so wie sich religionslehrer ihren unterricht wünschen würden, weil alle sehr engagiert sind. manche schreiben auch mit. man kann sich auch melden, um selbst eine dieser sitzungen zu gestalten.

ok, soviel zu dem, was da passiert und ich will das jetzt ein bisschen kommentieren und aus meiner perspektive einordnen.

ich bin da mit viel skepsis hin und die bleibt auch in einigen bereichen erhalten, definitiv. nichtsdestotrotz kann ich die ganze idee jetzt besser nachvollziehen und verstehen, was die menschen bewegt, teil dieser kirche zu sein.

die freikirchliche idee ist zunächst mal ansprechender als die katholische kirche, weil sie auf die riten und das institutionelle verzichtet und den glauben an gott und die bibel in den mittelpunkt stellt. und das wird hier auch extrem angenehm verpackt. der preacher in unserer homegroup ist tatsächlich ein smarter, charismatischer und auch witziger mitzwanziger – insgesamt sind alle in dieser ca. 30 leute umfassenden gruppe anfang zwanzig bis mitte dreizig – der deutliche ähnlichkeit mit ashton kutcher aufweist und jesus und sein handeln awesome findet. und die homegroup an sich ist ein bisschen wie gruppentherapie, oder positiver ausgedrückt: wie ein austausch unter freunden über die erlebnisse und probleme des alltags auf der basis einer gemeinsamen glaubensgrundlage und den gleichen überzeugungen. das ist dann wohl tatsächlich seelsorge im positiven oder ursprönglichen sinn. dass die menschen, die sich hier treffen, aus dem gemeinschaftsgefühl und dem spirituellen erlebnis kraft schöpfen und es ihr leben positiv beeinflusst, glaube ich ihnen tatsächlich. und spiritualität und glaube und das vertrauen auf eine einen leitende instanz für das eigenen leben und die eigene erwähltheit einem helfen seinen lebensweg zu finden und zu beschreiten.

nur den glauben, den muss man halt haben bzw. daran arbeiten und das geht mir völlig ab, sorry. es wäre ja vielleicht einfacher, aber wie singen kettcar so treffend:

Und ich mag den Gedanken an etwas zu glauben nur: Ich bin nicht gläubig

kettcar: kein außen mehr

und so gibt es dann bei allem verständnis und allem interesse doch auch immer wieder punkte, wo ich den prediger gern auf seine zirkelschluesse oder das für mich verwunderliche oder gefährliche an den vorgetragenen prädestinationsgedanken hinweisen würde. und evolution vs. schöpfungslehre, homosexualität, religionskriege undundund

und das alles diskutieren wir dann im kleinen kreis mit meiner mädeltruppe. and we agree to disagree 😉

und da gehts uns ja dann wie gretchen und faust, aber das will ich jetzt nicht vertiefen, haha.

und ich les mir dann abends zum ausgleich noch ein bisschen feuerbach und bertrand russell und camus und andere denker rein und dann kleb ich mir hier noch die (an-) gebote eines evolutionären humanismus rein (s.5)

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/10angebote.pdf

und dann ists auch gut. und auch mit dem polysyndetischen reihungen.

nur eins noch: ohne die menschen in dieser kirche kennenzulernen, wäre das hier wahrscheinlich ein ziemlich zynischer text geworden. ist es jetzt ja denk ich nicht. und so hab ich hier vielleicht auch noch ein bisschen was gelernt über toleranz, integrität und freundschaft und auch mein eigenes verständnis der sicht auf die welt nochmal ein bisschen nachgeschärft. dann wars doch für was gut.

und mit nem augenzwinkern und weils grad im fernsehn lief und weils so ein guter song ist und weil es irgendwie passt, zumindest die eine zeile, don`t stop believin`, jawoll:

http://www.youtube.com/watch?v=HySmr5UXbms

durban

nicki hat mich nach durban eingeladen und weil wir uns in kapstadt super verstanden haben und es in suedafrika am stück regnet wie bloed, hock ich mich 17 stunden in den bus und skippe die wildcoast, was ein bisschen schade ist. aber hey, beim reisen gehts zwar um menschen, tiere, sensationen, aber eigentlich schon am meisten um menschen. also hin!

was soll ich sagen? beste entscheidung. wir klicken halt einfach miteinander und es ist so gechillt, dass ich meinen flug zwei wochen nach hinten verlege.

(das kamera problem steht ja auch noch im raum und zu diesem zeitpunkt glaub ich ja wirklich noch, dass ich die knipse mit nach asien nehmen kann).

wie entspannt das mädchen ist, sieht man schon daran, dass sie mich einlädt bei ihr zu wohnen, obwohl sie

a) gerade in ne neue wohnung ein-  und

b) mit ihren geschäftsräumen – brautmodenladen (sic!) – umzieht.

trotzdem nimmt sie sich die zeit, mich rumzukutschieren und mir alles mögliche zu zeigen. wir cruisen die strände und flohmärkte von durban ab, essen in afrikanischen restaurants mit lustigen tanzeinlagen und gesängen, feiern die meisterschaft der springbocks (rugby), kochen,  trinken cocktails in ushlanga, spielen golf, schaffen es aber leider nicht auf die shooting range zum waffen abfeuern und machen nachts poolparty in hillcrest.

wir versuchen einen kühlschrank zu kaufen, schließen die waschmaschine an, ärgern uns mit computerproblemen herum und bessern nickis deutschkenntnisse auf.

und so hab ich die bisher entspannteste zeit meiner reise und kann nach den ständigen ortswechseln auch mal ein bisschen runterkommen.

stacey (staaaace!) und megan sind auch ständig mit dabei und wenn der damenclub tagt – und sie tagen fast täglich –  und herzensprobleme diskutiert, darf ich dann immer die männliche position einbringen. ist schon mal interessant so ungefiltert die meinungen der damenwelt mitzubekommen, haha.

hinzu kommt dann meist noch mel, die ohne mich als wingman absolut verloren wäre, und manchmal auch louise, die versucht, uns das golfspielen beizubringen und mir ein bisschen einsicht in südafrikanische politik gibt.

und so feiere ich meinen 36ten geburtstag mit nicki in durban anstatt im flugzeug oder alleine in bangkok, und so wenig ich mir da vorher nen kopf drum gemacht habe, umso mehr muss ich dann doch gestehen, dass es schön ist, einen solchen tag mit jemandem zu teilen, den man mag.

[man beachte die kulturellen unterschiede beim mit den fingern zählen. erinnert sich noch jemandan die szene aus „inglorious basterds“ als der britte sich beim scotch bestellen verrät. zu gut?

http://www.youtube.com/watch?v=d_lq2p7-p2Y

ich hab mal in glasgow mit nem umgekehrten victoryzeichen zweibier bestellt und der barmannwollte mir fast eine reinhauen, weil das im uk soviel wie der mittelfinger bedeutet. sachen gibts.]

abends lassen nicki und mel es sich nicht nehmen, mich zum essen auszuführen und es wird ein toller abend. danke mädels!

geburtstagskuchen

und nochmal zum kamera-problem: ohne die hilfe von nicki hätte ich das verfluchte dhl-paket wohl auch nie in namibia durch den zoll bekommen und auch wenns im endeffekt nicht ganz geklappt hat vielen dank für uebersetzung, kontobereitstellung, formulierungshilfen, telefonnutzung undundund. und viel spass mit der kamera im nächsten jahr, ich komm sie dann irgendwann abholen 😉

nochmal: was soll ich sagen?

durban was a temporary home und das lag an den leuten, weil alle so unkompliziert und gastfreundlich waren, dass ich gar nicht anders konnte als mich willkommen zu fühlen. und so fällts am ende schwer good bye zu sagen und deshalb sagen wir auf wiedersehen.

guess i made some friends. (bit like my erasmus mates from glasgow)

thanks to you guys for a great time and a big hug for all of you. and a special one  for nics.

you are always more than welcome to visit when i`m back in germany.