Archiv der Kategorie: Namibia

nachtrag namibia: wuestenoase

weil francisco es mir grade gedropboxed hat:

faehrste den ganzen tag durch die glühend heiße wüste, staub und steine so weit du siehst und dann. zelt aufbauen und in den pool (!) mit nem kalten bier (!!). dann freiluftdusche und grillen unterm sternenhimmel. das is so gut.

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pool links, truck in der mitte, bar dahinter, zelte rechts, kochen: selbst, sterne oben – später
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guten morgen, namibia

gehste in windhoek, der haupstadt namibias, in ne apotheke, wirste erst mal mit nem freundlichen „guten morgen“ begrueßt. na hallo erstmal. vorbei am kaiserlichen vermessungsamt durch die goeethestraße hin zum thüringer hof und schnitzel essen. ne, hab ich nicht gemacht, wär aber möglich gewesen. die koloniale vergangenheit ist hier echt noch überpräsent, was ich echt ein bisschen verwunderlich finde, denn so wie ichs recherchiert hab, war suedwestafrika nicht sehr lange deutsche kolonie (berliner konferenz 1884/85 – kapitulation im ersten weltkrieg 1915) und das is außerdem auch echt schon ne weile her. danach stand namibia oder damals noch südwestafrika unter dem mandat südafrikas bis es letztlich 1989 unter dem druck der uno und westlicher und afrikanischer staaten unabhängig wurde.
allerdings wurde deutschen siedlern ein bleiberecht eingeräumt. und so kommts, dass auch heute noch wirtschaftliche machtstrukturen teils in deutscher hand sind. das sagen jedenfalls viele namibier. und es erinnert – wie gesagt – auch echt noch vieles an deutschland. was zum teil ganz gut kommt, denn im hinblick auf infrastruktur und organisation is das land doch wesentlich klarer strukturiert als viele ostafrikanische länder. die kleinen kolonialstaedte swakopmund und luederitz – das nach dem kaufmann benannt ist, der hier land aufkaufte und schließlich um den schutz des deutschen reiches bat, was die kolonialnahme auslöste – sind schoene, kleine und gut organisierte kolonialstaedte am rand der wueste, aber mit direktem kuestenzugang. einige sind allerdings offensichtlich etwas in der geschichte steckengeblieben. den neben bekannten deutschen komponistenstraßennamen findet man gern auch mal die bismarkstraße oder die göringstraße (!). und im urdeutschen „brauhaus“ gibts neben deutscher sprache und spezialitäten inklusive stiefelsaufen, sowie dumme sprüche aufklebern vom schießstand auch gleich mal ein kaiserportrait gerahmt und die reichskriegsflagge/kaiserliche kriegsflagge (?!) an der decke. das is dann doch ein bisschen viel geschichtsvergessenheit und traditionsgehabe, gerade wenn man den völkermord an den herrero und den nama bedenkt. passt irgendwie, dass dann auch ein mannschaftsbild von hansa rostock da hängt. affen. wenn jemand in namibia arm ist, dann ist er zu 98 prozent schwarz oder coloured. die südafrikanische apartheitspolitik mit ihrer rassensystematik wirkt noch ziemlich nach. strange.

Die Namib

Nach dem ganzen Bilderbuch/Fotoalbumkram jetzt mal wieder ein paar harte geographische Fakten. Denn es is ja schon krass, dass ne Wueste direkt ans Meer grenzt. Koennte das jetzt alles in meinen eigenen bescheidenen Worten wiedergeben, aber die beiden folgenden links sind eigentlich leicht (forkel) bzw. mit ein bisschen Muehe gut nachvollziehbar (uni erlangen), sodass ich sie hier einfach mal verlinke. Also, fuer die, die es interessiert, hier alles Wesentliche zur Namib, der Bedeutung kalter Meeresstroemungen und der Randstufe.

Entstehung einer Kuesten- oder Nebelwueste:

http://www.m-forkel.de/klima/atacama.html

Lage, Erstreckung und Entstehung der Namib detailliert:

http://www.geographie.uni-erlangen.de/projects/exnambots/die-namib.html

Und hier noch ein etwas simplifiziertes, aber gutes Video fuer Dummies:

Unten die wohl übersichtlichste Graphik, die ich gefunden hab`. Man muss halt das Beispiel Atacama, Suedamerika mit Namib, Suedwestafrika ersetzen. Die kalte Meeresstroemung ist in dem Fall der Benguelastrom und die Gebirgskette im Landesinneren das Great Escarpment. Die Inversionsschichtung – warme Luftmassen ueber kalten Luftmassen – verhindert den Aufstieg der Luft, weil dafuer die Umgebungsluft in der Hoehe kuehler sein muesste als die darunterliegende. Deshalb wird das Kondensationsniveau mit 100 Prozent Luftfeuchtigkkeit nicht erreicht und es gibt keine Wolkenbildung und keinen Regen. Vom Landesinneren gibts keinen Niederschlag wegen der Leelage und dem daraus resultierenden Föhn (trockener Fallwind).

kuestenwueste - entstehung

Und so sieht das ganze dann aus:

Nach den ganzen Savannenlandschafen war die Wueste doch nochmal eine ganz eigene Erfahrung, oder, um praeziser zu sein: die verschiedenen Wuestenformen. Denn die großen Sandduenen und – felder, wie ihr sie oben auf den Fotos und in der Galerie von zuletzt seht, machen echt nur nen Teil der Namib aus und weite Teile sind Steinwueste.

Namibwueste - karte

In der Karte sieht man die unterschiedlichen Wuestenformen grob. Wir sind von Swakopmund, was noerdlich von Walvis Bay liegt zu den großen Duenenfeldern (Sossusvlei) bis runter nach Luederitz gefahren. Die Hauptstraße, wenn man das so nennen kann, zieht sich entlang der Grenze Wueste – Great Escarpment. Das heißt, man hat auf der einen Seite unendliche Sand-, Kies- oder Steinflächen und auf der anderen Seite eine durchgezogene, abgeflachte Gebirgskette ähnlich dem Tafelberg. Und das zieht sich dann über hunderte Kilometer. Gigantische Erfahrung von Weite. Dazu ordentlich Hitze und Windgebläse. Und dann, plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Camping/Bungalowoase mit Pool, kaltem Bier und Feiluftduschen. Das ist dann einfach großartig.

official member of the oasis overland crew

In Windhoek hatte ich eigentlich ein Auto gemietet, um nach Swakopmund und dann weiter nach Sossusvlei zu fahren. Kurzfristig hat mir die Autofirma aber mitgeteilt, dass sie keinen Wagen in der gewuenschten Preisklasse zur Verfuegung haben. Dankenswerterweise konnte ich dann mit den Weltreisenden Mark und Simone sowie Schwester und Stiefpapa nach Swakopmund mitfahren. Die beiden sind jetzt zum zweiten Mal auf Weltreise und haben beide schon ueber 70 Laender bereist. Wer Lust hat, kann die homepage checken (http://www.w-365.de). Saunett mit unglaublich vielen Reisestories, allerdings auf der Jagd nach Laenderpunkten. Waer nicht meine Art zu reisen. Zu stressig und durchorganisiert. War aber ne nette Abwechslung mal wieder deutsch zu reden.
Mietwagen in Swakopmund waren nicht zu kriegen oder schlicht finanziell unvertretbar. Also: Festgesessen in der Wueste? Die Loesung: Ich zeck mich in ne organisierte Tour rein. Naja, reinzecken hat nicht wirklich geklappt, aus versicherungstechnischen Gruenden. Aber war definitiv der preiswerteste Weg raus aus Swakopmund – und im Nachhinein auch echt lohnenswert in mehrfacher Hinsicht. A: Bis nach Kapstadt is es sauweit – dick ueber tausend Kilometer – und davon is der Großteil Schotterpiste durch die Wueste. Da war es schon dankbar, hinten im Truck zu sitzen oder auch mal zu liegn und zu pennen. Außerdem ist Oasis Preis/Leistungstechnisch echt gut und musste mich mal nicht selbst um alles kuemmern, sondern Unterkunft und Verpflegung waren inklu, plus einige Programmpunkte. Da waren unglaublich schoene Campingplaetzte mitten in der Wueste dabei, mit Freiluftduschen und Pools, aber auch mal ein Buschcamp, was einfach nur heisst: Campen im Nirgendwo. Das war aber mit das Beste. Abends schoen zusammen kochen, unterm Wuestensternenhimmel. Und die Leute waren ueberwiegend ok, so dass wir ne gute Zeit hatten. Altersklasse 24-36, das ging ja dann. Ian, Tourleader, Cameron, nach Japan ausgewandert, Abi, 75 Tage!! auf dem Truck quer durch Afrika mit ihren boobies „Ben“ und „Jerry“, Sam, nach 8 Jahren Ausland back to England, Brian, the jewish Brain from Canada und Francisco, nettester und bester Typ aus Chile. Und dann noch die furchtbar langweilige Uschi, deren Namen ich immer vergesse. Egal. Fuer anderthalb Wochen wars echt gut, aber zweieinhalb Monate haett ichs eher nicht gemacht. Man kommt zwar sauviel rum und hat Leute um sich, aber halt immer die gleichen und man kommt nicht so in Kontakt mit der lokalen Bevoelkerung, das fand ich ein bisschen schade. Wenn man allerdings mit seinen Homies nen ganzen Truck besetzt, ist das top, denn dann kann man sich schoen seine Route basteln und wird preislich sehr akzeptabel umhergefahren. So wars auch ok, bisschen wie Klassenfahrt. Und temporaer wars auch ein zuenftiger booze bus mit DJ. Touroute von Swakopmund ueber Soussusvlei mit der Dune 45 und Deadvlei ueber Luederitz und den Fishriver Canyon nach Suedafrika.
Gutes Ding.

spasssport in swakopmund – mittags: skydiving

duenenrasen war ja schon ein uebler spaß, aber mittags wurds dann echt noch nen tacken besser. das team von ground rush adventures ist auf den ersten blick ein haufen alter haudegen mir nem derben humor. da wird direkt mal schoen ueber die scheiß deutschen gelaestert, wenn man erstmal gesagt hat, wo man herkommt und dann ein paar witze uebers abstuerzen und und und. so kommt gar nicht groß panik auf und wenns los geht, dann sind die jungs bei allem spaß absolute vollprofis. deshalb hatte ich auch echt keinen bammel als es erst mal losging. wenn die tuer aufgeht ist es natuerlich erst mal krass und laut den tandemspringern ist das der moment, wo viele leute voll austicken und ueber die kante gepruegelt werden muessen. aber ich hatte einfach nur bock, das endlich mal zu machen. ueberragendes gefuehl, freefall. man sollte sich nur nicht zu viele beknackte gesten ueberlegen … aber auch nicht zu wenige. wer die chance dazu hat: macht es, es ist einfach geil!

abends kommen dann alle zusammen und man guckt sich die videos an und alle trinken noch ein paar bier im hostel, wo auch das buero ist. spitzentruppe.

spasssport in swakopmund – morgens: sandboarding

Spasssport Teil eins am Morgen. Sandboarding macht mal gut Spaß. Hinfallen tut zum Glueck nicht weh, weil nur Sand und kein Gestein. Aber halt ueberall Sand. Swakopmund Alter Aktion. Einfach Beth fragen, die is spitze und macht das klar. Und danach ein lecker Bier 😉

Ein gestandener Sprung … und dann alle Slams, bäm.