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dr livingstone, i presume?

auf der suche nach den quellen des nils ging der beruehmte schottische geograph, forscher, reisende und missionar dr david livingstone, nachdem er schon mehrere afrikanische laender bereist hatte, verloren und wurde zwei jahre fuer vermisst gehalten. was kein wunder ist, denn damals war das reisen wesentlich gefaehrlicher als heute und  der doktor verlor auf seinen expiditionen meist mindestens seine halbe mannschaft an krankheiten, loewen, krokodile oder afrikanische frauen. der journalist henry morten stanley fand ihn 1871 unversehrt in dem kleinen ort ujiji, wo er ihn  mit obigem satz begruesste.

die stadt livingstone in sambia ist dem alten schotten benannt und auch er hat namen verteilt: als erster weißer erblickte er einen maechtigen wasserfall, der sich aus dem sambesi speist und im angesicht der naturgewalt sagte er den schoenen satz: „Scenes so lovely must have been gazed upon by angels in their flight“, grob: ein Anblick so liebreizend, wie ihn nur engel im flug zu gesicht bekommen. der wasser, den die einheimischen „donnernder rauch“ nannten, wurde gleich mal zu ehren der koenigin in „victoria falls“ umbenannt und einen kleinen insel inmitten der faelle traegt den namen livingston island.

und genau dort muss man hin, wenn man in den „devil`s pool“ hopsen will, eine swimmingpoolartige vertiefung unmittelbar am abgrund der hauptfaelle. da schwimmt man wirklich malam rande des abgrundes, denn dahinter gehts bis zu 110 m in die tiefe und man ist nur durch eine weniger als einen meter breite glitschige steinbarriere vom freien fall getrennt.

muss ich hin.

andrew und emily auch, also los.

das geht auch gut amende der trockenzeit (jetzt gerade), denn ein großteil des sambesiflussbettes,das zu den viktoriafaellen fuehrt,liegt gerade trocken und man kann oberhalb der eigentlichenfaelle auf der sambesischen seite ueber die steine des flussbettes bis an den rand der zentralen (rest-) faelle wandern, sich dannaneiner sicherheitsleine durchs wasser hangeln und schließlich in den „devil`s pool“ springen.

das ist schon ziemlich cool und macht riesigen spaß. wenn man will, haelt einen der guide an den beinen fest und mankann tatsaechlich ueber den abgrund in die tiefe schauen, waehrend neben einem die wassermassen in die tiefe prasseln. und weil die sonne brennt und  das wasser aufstauebt gibt es einen perfekten runden regenbogen, der sich aus der schlucht bis inden himmel biegt. das ist tatsaechlich wunderschoen.

weil jeder die selben bilder macht, haben wir dann kurz den vollmond ausgepackt. man sieht, dass die australier da geuebter sind als ich, hahaha.

wahrend der regenzeit, kann man uebrigens nicht in den pool, dann dann ist der wasserstrom zu heftig. um die faelle frontal zu sehen, muss man auf die simbabwische seite rueber. da muss man aber gleich nochmal visumzahlen und dann nochmal reentry visum. war mir zu teuer. hab aber ein foto von den beiden anderen geklaut. wenn die regenzeit ihren hoehepunkt erreicht hat, dann schauemt und sprudelt es so heftig, dass man den grund der faelle und oft auch einen teil der faelle selbst nicht sehen kann. man kann allerdings die gewalt der wassermassen spuerren. das ist bestimmt auch krass. dann lohnt sich auch der hubschrauberflug.

was im moment gut geht is die rafting tour und im nachhinein, haette ich die wahrscheinlich besser hier als auf dem nil gemacht, denn hier gibts 25 statt 7 stromschnellen zu bewaeltigen und zudem fahert man durch die schluchten, in die sich der sambesi eingeschnitten hat. dass is bestimmt so ein bisschen herr der ringe maeßig. andermal.

geologisch ist uebrigens extrem interessant, dass die faelle durch die rueckschreitende erosion des flusses entstehen und zwischen den basaltwaenden erosionstechnisch leichter angreifbare schichten ausgeraeumt werden. deshalb gab es im verlauf der jahre  verschiedenen faelle, die fuer laengere zeit bestand hatten, ehe sich die erosionsbasis des sambesi weiter zurueckverlagert hat und ein neuer standort der faelle entstand. auch der jetzige standort ist natuerlich nicht die endstation, sondern in einigen jahrhunderten wird die erosion eine weiter oberhalb gelegene schwachstelle angreifen und ein neuer viktoriafall wird entstehen.

is aber noch ein bisschen hin.

Geologie-der-Viktoriafaelle