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Uganda Nachtrag – Whats up with Sony?

Am Beginn meiner Reise war ich mit Karin in dem Krankenhaus, das ihr Vater gebaut hat. Dort waren wir mit Sony, einem Jungen, der sein Bein verloren hat und dem Karin mit Spenden von Freunden eine Prothese finanziert hat.

Am Ende meiner Reise ein Blick zurück nach Uganda. Die Anpassung der Prothese hat gut funktioniert und laut Karin ist der Kleine superfroh mit seinem „neuen Bein“. Danke für die Bilder und das update und liebe Grüsse nach Uganda.

Weiter so Karin, Go Sony 😉

Rückblick: vor der Prothese

Heute: mit Prothese

Boda boda fahren

Und was war jetzt eigentlich das Geilste in Uganda?

Boda fahren!

Öffentlicher Verkehr läuft hier mit Matatus, das sind öffentliche Taxis in Form von weißen Kleinbussen, oder man kann sich auch private Autos als privat ride anheuern. Am gängisten, um schnell von A nach B zu kommen sind aber Bodas, also Typen mit Motorrädern, die einen mit oder ohne Helm überall hinbringen. Der Name Boda Boda (kurz Boda) kommt von Border Border, also englisch Grenze. Zwischen Uganda und Kenia gabs einen Grenzstreifen und die Schmuggler haben zunächst alles mit den Fahrrädern rübergekarrt, sind dann aber auf Mopeds umgestiegen, um den Stuff von Border to Border zu schaffen. Afrikanisch-English: Boda Boda. Hat mir mein Bodatyp verzählt. Preis vorher aushandeln oder danach und hart feilschen, damits kein Muzungo-Preis wird – Muzungo = Weißer – und dann: hoffen und festhalten! Am besten freundet man sich direkt mal an und tauscht Nummern, dann hat man nen Bodadriver des Vertrauens, den man zu nem normalen Preis überall hinbestellen kann und der immer hilfreiche Tipps für Einkäufe usw. hat.

Mit Führerschein und Verkehrsregeln haben sie`s hier nicht so. Go with the Flow und anders gehts auch nicht, so voll wie die Straßen sind. Man bemerke auch: Es gibt nichts, was man nicht auf einem Bodha transportieren könnte und die Zahl der Mitfahrenden ist nach oben offen. Wenns die Stoßdämpfer mitmachen, denn logischerweise sind nicht alle Straßen geteert und die anderen haben teils übelste Löcher Krater, potholes genannt. Jede Fahrt ein Abenteuer, geil!

Apropos potholes. Es gibt auch manholes! Manchmal werden Abflussdeckel nicht wieder draufgetan oder geklaut und wenn man im Dunkeln nicht guckt, kann man schon mal in einem zwei Meter tiefen Loch verschwinden und im Abwasser ersaufen.

Ability, I got brothers and sisters with me

 

Noch ein Videodreh für UNICEF. Mit professioneller Hilfe lokaler Musiker und Produzenten haben die Kids eines Förderprojektes einen Song aufgenommen und dafür wird ein Video produziert, um das ganze zu promoten. Das Ding ist echt Spitze geworden, ist aber noch nicht freigegeben, weil noch in Postproduction. Reich ich auf jeden Fall nach. Unser kleiner Sony is auch dabei. Produziert hat es Karin mit der Hilfe von Lawrence und Musta, den coolen Säcken. Soll dann im Radio und Fernseher laufen. Thema is wieder Behinderung und Solidarität. Aber ich bin echt beeindruckt. Krasse Erfahrung. Ein bisschen viel Autotune, aber die Kinners können halt nicht so gut singen. Dafür aber posen wie die großen. Geht gut ins Ohr: „Ability, I got brothers sisters with me“

Video folgt hoffentlich, Karin hats versprochen 😉

 

Sony

Wie schon geschrieben, dreht Karin Videos für UNICEF. Bei einem dieser Drehs hat sie in Gulu, einer Stadt im Norden Ugandas, die besonders stark vom Krieg und den Ausläufern des Sudankonflikts betroffen war, bei einem Shot Sony kennengelernt, der beim Spielen auf eine Landmine getreten ist und dem dabei ein Bein abgerissen wurde. Im Video, das ihr auf der Unicef-Seite sehen könnt

http://www.unicef.org/infobycountry/uganda_69403.html

(einfach link anklicken),

ging es um Chancengerechtigkeit für behinderte Kinder in Uganda, weil dies hier immer noch ein großes Tabuthema ist. Aus falscher Scham oder Irrglaube verstecken Eltern oft noch ihre kranken Kinder, anstatt ihnen medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Oft fehlt aber auch das Geld und das Wissen um die medizinischen Möglichkeiten. Sony ist einer der Protagonisten des Videos, weil er ein hervorragender Rollstuhlbasketballer ist. Jedenfalls war Karin so beeindruckt von ihm, dass sie sich entschlossen hat, ihn zu unterstützen und ihm zu ermöglichen eine Beinprothese zu bekommen. Ihr Vater hat in Uganda eine Klinik gegründet, die sich unter anderem auf orthopädische Operationen spezialisiert hat, das CoRSU Rehabilitation Hospital. Während Klumpfüße und ähnliches bei Kindern mit Hilfe einer Stiftung umsonst behandelt werden, kosten die Prothese sowie der Transfer und der Krankenhausaufenthalt einige hundert Dollar. Das Geld kommt durch ein paar Freunde zusammen und ich werd mich auch beteiligen, weil der kleine echt ein saulieber Kerl ist. Am Montag waren wir in der Klinik und innerhalb der Woche bekommt Sony seine Prothese angepasst und muss dann zwei Wochen üben, damit zu gehen. Er hat versprochen, dass er hart an sich arbeiten wird und ist voller Vorfreude. Go Sony!

Karin hält mich auf dem Laufenden (hehe) über Sony und seine Erfolge.